Januar 18, 2008...7:08

Die Sache mit den Stones…

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Die Rolling Stones werden ihr nächstes Album nicht bei ihrer Plattenfirma EMI, sondern bei Universal Music veröffentlichen. Diese Nachricht in dieser Situation ist für EMI-Eigner Terra Firma äußerst ungeschickt.

Das Problem an der Sache ist eigentlich nicht einmal so sehr wirtschaftlicher Natur - “A Bigger Bang”, das letzte Album der Band, war zwar auf Platz 1 der Charts gewesen, aber die Stones haben mit ihrem Betriebswirt Mick Jagger an der Spitze vor allem lukrative Live-Geschäfte zu verbuchen. Nein, nicht ökonomische Problem sind eigentlich so ausschlagebend - EMI kann grundsätzlich auf den einen oder anderen Alt-Star sicherlich verzichten - aber der Zeitpunk ist problematisch.

Diese gestrigen Stars wie die Stones, Robbie Williams oder Coldplay, können oder wollen es einfach nicht wahrhaben, dass wir nicht mehr im 20. Jahrhundert leben. Sie verstehen nicht, dass ihre Welt, eine Welt der Superstars und mehrfachen Platin-Veröffentlichungen, nicht mehr existiert. Die neue Welt ist Web 2.0, die neue Welt kennt andere Regeln. Sollen sie doch gehen. Andere Künstler sind viel offener für diese neue Zeit und die neuen Spielregeln.

Allerdings setzt ein Abgang, wie jetzt dieser von den Stones, ein schlechtes Zeichen, weil er so öffentlich ist. Es bleibt EMI zu wünschen, dass der Konzernumbau, der schon problematisch genug ist, nicht von engstirnigen Diven torpediert wird, sondern geschlossen über die Bühne gehen kann. Ich will sehen, ob die Pläne funktionieren. Aufschluss darüber sollen aber bitte Fakten bilden und nicht publicity-trächtige Abgänge. Die sagen nämlich mehr aus über die Eitelkeiten der Künstler, als über die Wirksamkeit der neuen EMI-Struktur.

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