Januar 11, 2008...2:05 Uhr nachmittags
ISPs wollen BitTorrents blocken
Nachdem ich gestern über die ISP-Steuer geschrieben hatte, zeigt eine Meldung von der CES, dass sowohl die Musikunternehmen als auch die Internet Service Provider alles andere als interessiert an einer Steuer sind. Im Gegenteil. Wie ein New York Times-Blog vermeldet, denkt der amerikanische Kommunikationsriese AT&T darüber nach, illegale Inhalte zu blocken. Die Technologien seien dafür mittlerweile weiter ausgereift und werden auf einzelnen Angeboten, beispielsweise auf youtube, bereits angewendet.
Auf Druck der Content-Industrie (namentlich der RIAA) sei es denkbar, Piratenseiten zu sperren. Dies würde bedeuten, dass der jeweilige ISP bald anfangen könnte, die Datenströme zu durchsuchen und Copyright-geschütztes Material, welches illegal verbreitet wird, herauszufiltern. P2P-Börsen könnten dann zu machen.
Während dies für die Musik- und auch Filmindustrie sicherlich vielversprechend klingt, ist natürlich klar, dass dieser Schritt die bisherigen Freiheiten des Internets massiv beschneiden würde. Stichwort Big Brother. Bürgerrechtsorganisationen im Internet sind dann auch die ersten, die diese Entwicklung als Widerspruch zu freien Meinungsäußerung betrachten.
Ich bin skeptisch. Und das aus einem weiteren Grund. Die Musikindustrie tut sich keinen Gefallen, wenn sie GEGEN die Kunden agiert. Keinen! Ich zitiere Seth Godin zum Thema Klagen: “suing people is like going to war. If you’re going to go to war with tens of thousands of your customers every year, don’t be surprised if they start treating you like the enemy.” Amen dazu. Gleiches gilt, wenn man das Internet massiv beschneidet. Die Kunden werden jegliche Sympathien für die Musikindustrie begraben. Und mit Verlaub, noch sind wir in einer freien Marktwirtschaft, wo Image etwas zählt. Deshalb, bei allem Verständnis für dieses Denken auf Seiten der Kreativindustrie: Zukunftsorientierte Marktentwicklung geht Hand in Hand mit konsumerfreundlicher Angebotspolitik. Und da sind andere Lösungen gefragt, als Kontra-Konsumenten-Ideen. (Quelle: blogs.nytimes.com)

1 Kommentar
Januar 14, 2008 um 1:34 Uhr nachmittags
[...] (Manche) Schweden wollen P2P legalisieren. Jump to Comments Abgeordnete des schwedischen Parlaments haben gefordert, P2P-Börsen zu legalisieren. Vertreter der Regierungspartei veröffentlichten ein Papier, in dem es heißt, dass ein Ende des “Copyright-Kreuzzuges” vorzunehmen sei. Das Papier richtet sich gegen die Vorschläger einer, von der Regierung eingesetzten, Copyright-Analystin, die die Sperrung von P2P-Börsen via den Internet Service Providern (ISP) gefordert hatte. (Einen ähnlichen Vorschlag gab es in den letzten Tagen auch von der CES.) [...]
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