Dezember 17, 2007...6:49 Uhr nachmittags

Musiker sind keine Labels

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Von vorweihnachtlicher Advents- und Feierstimmung kann bei EMI gerade nicht die Rede sein. Nachdem Ober-Umstrukturist Guy Hands vor einiger Zeit gegen die Künstler wetterte, kommt in diesen Tagen eine doppelte Salve derselbigen zurück. Den Anfang machte Ex-EMI-Künstler Paul McCartney, der in einem Interview mit der Times erklärte:

“Everybody at EMI had become a part of the furniture. I’d be a couch; Coldplay are an armchair. And Robbie Williams, I dread to think what he was. But the most important thing was, I’d felt [the people at EMI] had become really very boring, y’know? And I dreaded going to see them.” (Quelle: hypebot.com)

Darüber kann man sich bei EMI zwar ärgern, muss sich aber noch nicht durch die Nacht quälen. Mehr (Bauch-)schmerzen dürften die Äußerungen von Robbie Williams-Manager Tim Clark verursachen. Dieser erklärte, dass “was uns bei den alten Methoden besorgt, die Tatsache [ist], dass sie auf überteuerten und minderwertigen Services basieren - und das in einer Zeit, in der wir eine fantastische Möglichkeit haben, eine Fanbase direkt zu erreichen. [...] Was wir wirklich nicht wollen, ist die tote Hand von multinationalen Konzernen, die diese brillanten Gelegenheiten erdrosselt.” Er würde sich hüten, Robbie Williams “derzeit bei irgendeinem der Majors unterschreiben zu lassen”. (Quelle: musikwoche.de). Autsch.

Dass Künstler, die von den Labels “groß gemacht” wurden, diesen irgendwann den Rücken kehren, ist menschlich bitter, wirtschaftlich nachvollziehbar und kommt auch immer wieder vor. Mit den Entwicklungen des Internets ist es für Musiker noch leichter geworden, auf eigenen Beinen zu stehen und es gibt nicht wenige, die diese Autonomie der Acts als Alternative zu den bisherigen Strukturen sehen. Ich will sie nicht! Ich will, dass Künstler Künstler sind und keine Businessmänner. Ich will, dass sie sich um die Kunst, die Musik kümmern und nicht um das Geld. Wer wissen möchte, wohin das führen kann, der schaue sich den gegenwärtigen HipHop an: Lauter “Künstler”, die sich um Parfüms, Modelinien und Hundefutter kümmern. Aber das hat nichts mehr mit großer Kunst zu tun, geschweige denn Rap, wie er zu sein pflegte. Diese Stars machen Musik für den Bling und nicht mehr für die Sache. Der aber kann schnell blenden.

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