Oktober 11, 2007...11:18 Uhr vormittags
Die Sache mit Madonna
Wie kürzlich bereits angedeutet, steht nun fest, dass Madonna ihr langjähriges Label Warner, wo sie seit ihrem selbstbetitelten Debütalbum von 1983 unter Vertrag war, verlässt und einen Deal mit Live Nation abgeschlossen hat. Das Überraschende (Live Nation ist ein Veranstalter, keine Plattenfirma) ist offensichtlich. Um was geht es?
Warner: Natürlich verkauft Madonna bei weitem nicht mehr die Stückzahlen, die sie früher absetzen konnte (”Confessions on a dancefloor” von 2005 erzielte 1,6 Mio. Einheiten), aber Labels sind immer auf die Rechte aus. Die gehen nun, neben dem Prestige, flöten.
Madonna: Einen Deal über zehn Jahre, eine Vorauszahlung von 17,5 Mio. Dollar, drei Alben, die jeweils mit 50-60 Mio. Dollar Vorschuss erhalten, sowie 90% aller Einnahmen durch evtl. von Live Nation veranstaltete Tourneen. Nicht schlecht für eine 49jährige!
Live Nation: Live Nation will Auftritte, keine Alben. Aber: wer füllt heute noch große Hallen? Nur wenige. Bei Madonna kann man sicher sein, dass die Leute auch weiterhin, relativ unabhängig von den Album-Verkäufen, zu den Tourneen kommen werden. Deshalb ist das Unternehmen wohl bereit, solch einen 120 Mio.-Dollar-Deal abzuschließen. Aber: Madonna ist ein Star der letzten Jahrzehnte. Live Nation baut keine neue (Stadion-)Künstler auf, sondern begnügt sich mit den Sahnehäubchen vergangener Zeiten. So kann keine nachhaltige und langfristige Geschäftsentwicklung gewährleistet werden…
Ironisch ist, dass dies zeitgleich mit dem Radiohead-Gedöns passiert ist. Aber konkret heißt das nur 1. dass Auftritte lukrativ sind, 2. dass Live Nation nur wenig innovativ ist und 3. dass Madonna viel Geld verdienen möchte. (Quelle: billboard.biz)

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