Oktober 1, 2007...5:38 Uhr nachmittags

Macht Universal die Indies kaputt?

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Im August konnte Universal zwei recht spektakuläre Einkäufe vermelden: die beiden Indie-Labels V2 und Sanctuary wurden dem Branchenprimus einverleibt. Wettbewerbsverzerrungen. Das zumindest wirft nun der britische Indieverband AIM dem Deal vor. Er hat nun Beschwerde bei der staatlichen Wettbewerbshörde eingelegt und diese aufgefordert, die Deals zu unterbinden. Dass die Diskrepanz zwischen den Majors und den Indies immer eklatanter wird, zeigen tatsächlich auch einige Zahlen: Universal Music erreichte in den letzten Septemberwochen bei den Albumverkäufen einen Marktanteil von 55 (!)%. Der Einfluss der Indies hingegen sank von noch 40% Ende der Achtziger Jahre auf zuletzt rund 20% aller Albumverkäufe.

Dass die Majors immer mehr Einfluss erlangen, ist offensichtlich. Dass sie gelegentlich gerne ein Indie-Label nach dem anderen schlucken, auch. Allerdings ist die Frage, wie man versucht, dies zu unterbinden. In einer freien Marktwirtschaft können Firmen erstmal kaufen was sie wollen. Schwierig wird es, wenn Firmen eine monopolartige Stellung einnehmen und andere Marktteilnehmer behindern bzw. dominieren können. Im Musikbereich, und in diesem speziellen Fall, ist das schwierig nachzuweisen. Denn 1. gibt es noch drei andere Majors, die ebenfalls und ungehindert von Universal agieren können und 2. ist eigentlich nicht nachweißbar, dass UMG - oder aber die anderen Majors - andere Marktteilnehmer oligopolähnlich behindert. Es gibt ja Indies, die auch am Markt unterwegs sind. Dem Staat wird es schwerfallen, hier wirklich wegen Preisdominanz oder Marktverzerrung einschreiten zu können. Darüberhinaus ist, anders beispielsweise als auf dem wirklich problematischen Strommarkt, ein recht gesunder Wettbewerb zwischen den Majors durchaus feststellbar. (Quelle: musikwoche.de)

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