September 24, 2007...9:19 Uhr vormittags

Biz gegen Apple. Alle gegen Biz.

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Nun gut, dachte ich mir, probieren wir es mal aus. Als langjähriger iTunes/iPod-User wollte ich doch mal die Möglichkeit nutzen, zusätzlich Napster zu abonnieren, nur, um die viele Musik, die ich nicht kaufen, aber hören möchte (das ganze Chartszeug) konsumieren zu können. Doch oh weh: Napster gibt es ja für Mac nicht. So wat Bescheuertes aber auch. Rhapsody will auch nicht - was habt ihr eigentlich alle gegen Apple-User? Ist mir schon klar, dass dahinter Politik steckt (und das furchtbare wma-Format), aber muss das sein? Sind wir nicht über die Zeiten dieses Kindergarten-Protektionismus’ hinaus?

Auf der anderen Seite ist nicht nur der Flatrate-Markt gegen Apple. Es ist schön zu sehen, dass in den letzten Monaten Bewegung in den gesamten Download-Markt kommt: Universal und NBC haben beide dem Jobs-Konzern Paroli geboten - und es steht zu erwarten, dass damit neue Spieler am Markt endlich auftauchen werden. Zum Beispiel in Form des lang erwarteten Amazon-Downloadportals. Wie gesagt: als Apple-Jünger bin ich da ja eigentlich schon festgelegt. Aber sind wir mal ehrlich: etwas mehr Wettbewerb wird dem Ganzen bestimmt nicht schaden.

Auf der anderen Seite wage ich an dieser Stelle die Festlegung, das kein noch so niedrigier Preis und kein noch so gutes Marketing und kein noch so komfortabler Service die P2P-Börsen wird schließen können. Kürzlich erst in der Musikwoche stand es wieder in einem Beitrag: Man müsse den Nutzen für den Käufer erhöhen, um einen klaren Vorteil gegenüber den Tauschbörsen auszubauen. Glauben das die Verantwortlichen denn im Ernst?! Ich wette ein Großteil der Nutzer sieht den Nutzen eines Songs in - dem Song. Dieses ganze Brimborium drum herum ist doch rausgeschmissenes Geld. Da versteht jemand mal wieder die Nutzer nicht. Erinnert an Zeiten, als der gemeine Internetjünger zur Überraschung aller Entscheider schlechte Hörqualität in Form von mp3s den in den Chefetagen der Musikkonzerne favorisierte Edel-CDs vorzog. Das Ding ist durch. Der Nutzer sieht im Digital Property kein Property mehr. Musik ist nicht mehr Besitz. Jegliche Strategie, die versucht, dem Kunden wieder das Besitz-Gefühl an der »Ware Musik« zurückzugeben, kann nicht funktionieren. Die Finanzierungsmöglichkeiten müssen anderswo erschlossen werden. Aber nicht durch Zusatzfunktionen. Weil Musik nicht Zusatzfunktion ist.

PS: Ich selber nutze übrigens keinerlei P2P-Musik!

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